Fragen an Nicole Hartfelder, unseren neuen Vorstand.

Zur Person

Betriebszugehörigkeit: Im Umwelt- und Servicebetrieb seit über 25 Jahren tätig
 
Werdegang: Von 2015 bis Februar 2023 zuständig für die technischen Bereiche beim UBZ und Stellvertreterin des Vorstands.

Von 2009 bis 2014 Abteilungsleiterin Abwasserbeseitigung.

 

Ausbildung: Diplom-Bauingenieurin, Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.

 

Wohnort: Zweibrücken / Rimschweiler

 

Unsere Fragen an Nicole Hartfelder

UBZ Online Redaktion: Welche Veränderungen wird es mit dem neuen Vorstand Nicole Hartfelder für die Zweibrücker Bürgerinnen und Bürger geben?

Nicole Hartfelder:

Der UBZ ist ein Unternehmen, welches mit seinen fast 200 Mitarbeiter:innen fast alle Aufgaben der Daseinsvorsorge der Bürger:innen von öffentlichem Interesse erledigt. Bei der täglichen Arbeit, aber auch bei außergewöhnlichen Ereignissen, wie Hochwasser, Starkregen und anderen Schadenssituationen sind wir durch unser vorhandenes Personal, die breite fachliche Ausrichtung der Mitarbeiter:innen, Fahrzeugen und Geräten in der Lage unabhängig und sicher zu agieren.

Wir haben mit unseren verschiedenen Servicebereichen eine große Verantwortung für die Stadt. Die werden wir durch die Fortsetzung der bisherigen guten Arbeit erfüllen.

Wir folgen unserem Leitbild „Alles für ein gutes Stadt-Gefühl“.

 

UBZ Online Redaktion: Wo sehen Sie für dieses Jahr den Schwerpunkt für den UBZ für Zweibrücken?

Nicole Hartfelder:

Durch unsere Aufgabe sind wir in vielen Bereichen kontinuierlich dabei, für die Zweibrücker:innen die Lebensqualität zu wahren und zu verbessern. Dazu gehören derzeit größere und kleinere Projekte, die mir am Herzen liegen.

Größere Projekte sind zum Beispiel die Umstellung unseres Fuhrparks soweit es sinnvoll ist auf E-Fahrzeuge, um die Schadstoffemission in der Stadt zu reduzieren.

Durch den Einsatz von verschiedenen technischen Maßnahmen wollen wir zukünftig nahezu energieneutral sein.

In Sachen Qualität des geklärten Abwassers durch die Kläranlage prüfen wir derzeit, ob die Zweibrücker Kläranlage mit einer vierten Reinigungsstufe ausgestattet werden kann, um Spurenstoffe wie zum Beispiel Arzneimittelwirkstoffe aus dem Abwasser zu entfernen.

Zu den kleineren Projekten, die für uns aber genauso wichtig sind, gehören zum Beispiel den Bedarf an weiteren Urnennischen auf den städtischen Friedhöfen zu decken und auch die Möglichkeit weiterer Baumbestattungen anzubieten.

Unser Ziel in öffentlichen Anlagen und im Bereich des Straßenbegleitgrüns ist eine nachhaltige, klimaangepasste Bepflanzung.

UBZ Online Redaktion: Welche Veränderungen wird es innerhalb des UBZ geben?

Nicole Hartfelder:

Kontinuität ist mir wichtig. Momentan liegt mein Fokus darauf, unsere Stärken weiter zu stärken. Wir beschäftigen in unseren Servicebereichen rund 200 Mitarbeiter. Der überwiegende Teil ist direkt für die Bürger:innen tätig. Im Hintergrund arbeitet unsere Verwaltungsorganisation, die den Rücken frei hält. Es ist toll, mit so einem Team zu arbeiten.

Wir haben eine Stabstellenleitung geschaffen, die in den nächsten Wochen durch einen neuen Mitarbeiter besetzt wird. Dieser wird sich um die Bereiche Verwaltung, Organisation und Personal kümmern und ein Bindeglied für alle Abteilungen und für mich sein.

Ich freue mich, dass Steffen Mannschatz die Funktion als mein Vertreter, vor allem bei allen technischen Maßnahmen, angenommen hat.

Sein Know-how als langjähriger Abteilungsleiter Betriebshof ist sehr wertvoll für uns.

 

UBZ Online Redaktion: Welche Aufgaben werden in naher Zukunft innerhalb des UBZ im Mittelpunkt stehen?

 

Nicole Hartfelder:

Ich will in allen Unternehmensbereichen präsent sein. Dies ermöglicht mir Einblicke in die Interessen und Bedürfnisse der operativen und administrativen Mitarbeiter:innen, die der Bürger:innen und der politischen Gremien, die mitunter sehr unterschiedlich sein können. Bei allen Entscheidungen lege ich sehr großen Wert darauf, die verschiedenen Interessen abzuwägen. Im Sinne der Aufgabe, aber auch im Sinne der verschiedenen Beteiligten.

 

UBZ Online Redaktion: Was tut der UBZ für Nachhaltigkeit?

Nicole Hartfelder:

Für 2023 und 2024 sind Einsparungen beim Energieverbrauch in unseren Betriebsanlagen ganz oben auf der Liste. Dieses Jahr werden wir weitere Photovoltaik-Anlagen auf dem Betriebsgelände des Abfallwirtschaftszentrums, auf unserem Betriebshof im Verwaltungsbereich und auf dem Gelände der Kläranlage in Betrieb nehmen. Darüber hinaus planen wir, eine kleine Photovoltaik-Anlage im Rosengarten zu installieren, die den Strom für die große Wasserfontaine im See liefern kann.

Intern bilden wir zurzeit ein Team, das Strategien zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt und Empfehlungen für weitere UBZ-Maßnahmen abgibt.

Dazu sind Mitarbeiter:innen aus allen Leistungsbereichen als Nachhaltigkeitskoordinatoren ausgebildet worden.

 

UBZ Online Redaktion: Welche Investitionen sind geplant?

Nicole Hartfelder:

Eine notwendige Investition ist die Erweiterung des Abfallwirtschaftszentrum Rechenbachtal. Unser Ziel ist, die Anlage bis 2028 um ca. 1,3 Millionen Kubikmeter zu erweitern und damit eine langfristige Entsorgungssicherheit für unsere Bürger:innen zu gewährleisten.

Im Zuge dessen planen wir, den ersten Abschnitt stillzulegen, abzudichten und zu rekultivieren.

Jedes Jahr werden auf Grundlage eines Sanierungskonzeptes größere Maßnahmen zum Werterhalt des Entwässerungssystems der Stadt Zweibrücken investiert.

Auch im Bereich der Kläranlage werden jährlich Sanierungsarbeiten zum Werterhalt, aber auch Investitionen für eine technisch hochwertige Abwasserreinigung getätigt.

Die jährliche Gesamtinvestition über alle Bereiche liegt durchschnittlich bei etwa 5 Millionen Euro.

 

UBZ Online Redaktion: Sind für den Rosengarten Zweibrücken Veränderungen geplant?

Nicole Hartfelder:

Unser Rosengarten erhielt im Herbst 2022 eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen für Garten- und Parkanlagen. Wir gehören jetzt zu dem weltweit kleinen Kreis der „Garden of Excellence“. Dafür möchte ich unserem Gartenleiter Heiko Hübscher und seinem Team besonders danken. Das zeigt, dass sehr gute Arbeit geleistet wird.

In Folge des Klimawandels haben wir für den Rosengarten eine große Verantwortung. Wir müssen den Garten den sich verändernden Klimabedingungen vorsichtig und historisch richtig anpassen. Den Rosengarten Zweibrücken gibt es seit über 100 Jahren und es soll ihn mindestens noch weitere 100 Jahre geben. Als Ort der Erholung für die Zweibrücker genauso wie als ein Wahrzeichen der Stadt.

 

UBZ Online Redaktion: Was mögen Sie an Zweibrücken besonders gerne?

 

Nicole Hartfelder:

Ich bin hier zu Hause und finde, dass wir eine wunderschöne Stadt haben. Leider weiß man vieles erst wieder zu schätzen, wenn man den Blick mal woanders hinrichtet.

 

UBZ Online Redaktion: Auf was in Zweibrücken freuen Sie sich besonders?

 

Nicole Hartfelder:

Ich freue mich besonders, wenn in Zweibrücken das Projekt Freisportanlage „Kleiner Exe“ fertiggestellt wird und die Fläche voller Leben ist. Das wird der Lebensqualität unserer Stadt sehr gut tun. In Verbindung mit unserem Wasserspielbereich am Bleicherbach wird das bestimmt auch ein überregional bedeutender Anziehungspunkt.

 

August 2023